Im Auszug zeigt er mehr Spannung als der Tatar. Der Weg bis zum Anker fühlt sich kompakter und bestimmter an, ohne dass der Bogen unruhig werden muss.
Beim Lösen setzt er seine Energie unmittelbar frei. Der Schuss wirkt trocken, schnell und klar – wenig Bewegung, wenig Umweg, eine sehr direkte Antwort.
Genau das macht ihn interessant für Schützen, die ihren Ablauf sauber setzen möchten. Der Türkische Bogen versteckt wenig und belohnt eine ruhige, präzise Technik mit einem entsprechend klaren Schuss.
Historische türkische Kompositbögen zeigen eine ausgesprochen kompakte Reflexform. Ein erhaltenes Exemplar von 1719/20 verbindet Holz, Horn und Sehnenmaterial zu einem kurzen, hoch entwickelten Bogensystem – eine Bauweise, die über Generationen Teil der osmanischen Bogentradition war.
Zu dieser Tradition gehörte nicht nur der Bogen selbst. Beim mediterranen und asiatischen Daumenablass wurde die Sehne mit dem Daumen gezogen und häufig durch einen Daumenring geschützt und unterstützt. Er war Werkzeug des Schützen und zugleich ein sichtbares Zeichen der ausgeprägten osmanischen Bogenschießkultur.
Mit 138,5 Zentimetern bleibt der Türkische Bogen kompakt, bietet aber deutlich mehr Auszugsreserve als der noch kürzere Fetih. Seine Form verbindet kurze Wege mit einem überraschend großen Arbeitsbereich.
Die stark arbeitenden Wurfarme und die steifen Syahs bilden ein System, das Spannung konzentriert aufbaut und beim Abschuss unmittelbar wieder freigibt.
Seine Geometrie passt damit genau zu seinem Charakter: kompakt, klar und direkt. Weniger Raum als beim Tatar, aber mehr Auszug und Übersicht als beim extrem kurzen Fetih.
Der Türkische Bogen spricht deutlich mit seinem Schützen. Im Auszug, im Anker und besonders beim Ablass bleibt gut spürbar, was gerade im Schuss passiert.
Diese Direktheit macht ihn nicht unruhig. Im Gegenteil: Wer seinen Ablauf sauber setzt, bekommt einen sehr konzentrierten Bogen, der Geschwindigkeit und Präzision überzeugend miteinander verbindet.
Zwischen dem souverän tragenden Tatar und dem extrem kurzen, bissigen Fetih besetzt er damit eine spannende Mitte: kompakt und schnell, aber mit genügend Raum, um einen kontrollierten Schuss aufzubauen.


Jeder Türkische Bogen unterscheidet sich in Maserung, Farbton und kleinen handwerklichen Details. Deshalb verstehen wir ihn nicht als austauschbares Produkt, sondern als konkreten Bogen, den du bei uns ansehen, in die Hand nehmen und schießen kannst.
In der einfachen Ausführung bleibt der Griff so, wie der Bogen aus der Werkstatt von Végh zu uns kommt.
Bei unserer Special Edition erhält er einen von uns handgearbeiteten Ledergriff. Material und Ausführung stimmen wir auf das jeweilige Exemplar ab.
VÉGH-ANGABE: empfohlener Auszug 31″, maximaler Auszug 33″.
Mit seinen 138,5 Zentimetern ist der Türkische Bogen kompakt gebaut und bietet trotzdem einen erstaunlich großen Auszugsbereich. Végh empfiehlt 31 Zoll und gibt 33 Zoll als maximalen Auszug an.
Damit sitzt er auch konstruktiv zwischen zwei Extremen: deutlich mehr Raum als der sehr kurze Fetih und zugleich kompakter und konzentrierter als der längere Tatar.



