
Ein Holzbogen beginnt mit einem gewachsenen Stück Material. Maserung, Verlauf und Eigenheiten sind bereits da – und genau darin liegt der Reiz dieses Kurses. Wir schauen auf das Holz, lesen seine Möglichkeiten und entwickeln daraus Schritt für Schritt deinen Bogen.
Du arbeitest über ein intensives Wochenende an Form, Wurfarmen, Griff und Biegung. Immer wieder wird geprüft, Material abgetragen, aufgespannt und neu beurteilt. So entsteht kein Bogen von der Stange, sondern ein Einzelstück, dessen Weg du von Anfang an selbst begleitet hast.
Welches Holz dein Bogen bekommt, entscheidest du bei der Anmeldung. Esche ist hell und unmittelbar, Robinie bringt ihren ganz eigenen kräftigen Charakter mit und Osage Orange gehört zu den besonderen klassischen Hölzern im traditionellen Bogenbau.
Baust du gemeinsam mit jemandem, müsst ihr euch übrigens nicht für dasselbe Holz entscheiden. Zwei Bögen können auch zwei unterschiedliche Wege gehen – zum Beispiel einmal Esche und einmal Robinie.
Osage Orange braucht mehr Zeit in der Vorbereitung. Deshalb beginnt dein Kurs mit Osage bereits am Freitagnachmittag. Ab Samstag arbeitet ihr dann gemeinsam in der Werkstatt weiter.

Beim Holzbogen gibt es keinen festen Weg in Millimetern. Wir arbeiten uns Schritt für Schritt an die Form und Biegung heran – immer mit dem Blick darauf, was dein Stück Holz vorgibt.

Bevor Material fällt, schauen wir hin. Verlauf, Rücken, Fasern und Proportionen bestimmen, wie dein Bogen angelegt wird. Dann wird angezeichnet und aus dem Stück Holz langsam eine Richtung.

Mit Ziehmesser, Raspel, Feile und anderen Handwerkzeugen entstehen Wurfarme, Griff und Übergänge. Dabei arbeiten wir nicht einfach nur Holz weg – wir nähern uns kontrolliert der Form, die später arbeiten soll.

Jetzt beginnt das genaue Beobachten. Der Bogen wird aufgespannt, seine Biegung gelesen und Stück für Stück nachgearbeitet. Beide Wurfarme sollen harmonisch miteinander arbeiten – nicht theoretisch, sondern bei genau deinem Bogen.

Sehne, Griff und Oberfläche vervollständigen deinen Bogen. Dann geht es nach draußen: schießen, beobachten, noch einmal nachjustieren – bis das Stück Holz, mit dem du begonnen hast, wirklich dein Bogen geworden ist.

Beim Holzbogen entscheidet nicht allein der nächste Arbeitsschritt, sondern immer auch das Material. Stefan begleitet dich dabei, dein Holz zu lesen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und zu erkennen, wann noch etwas weg darf – und wann es Zeit ist, erst einmal wieder hinzuschauen.
Du arbeitest selbst an deinem Bogen. Unterstützung bekommst du dort, wo Erfahrung, ein zweiter Blick oder eine ruhige Hand helfen. So entsteht am Ende nicht nur ein fertiger Bogen, sondern auch ein Verständnis dafür, wie er aus diesem Stück Holz entstehen konnte.
Holz lesen. Entscheidungen treffen. Bogen bauen.
Samstag und Sonntag · jeweils 9–18 Uhr
Samstag und Sonntag · jeweils 9–18 Uhr
zuzüglich Holz nach Auswahl
Robinie +100 €
Osage Orange +200 €
1 Bogen entspricht einem Arbeitsplatz
Zeit für deinen Bogen.
Reimund
Thorsten
Julia